Wissenswertes zu Geschäftsmodellen

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Wissenswertes zu Geschäftsmodellen

Beitrag vom 01. Januar 2022

 

Jedem Unternehmen liegt ein Geschäftsmodell zugrunde, da sind wir uns alle einig. Aber was versteckt sich hinter der Bezeichnung? Weder in der Forschung noch in der Praxis gibt es eine allgemeingültige Definition. Ein Geschäftsmodell beschreibt modellhaft und ganzheitlich, wie eine Organisation Werte schafft, Werte verkauft und dabei Erträge erwirtschaftet. Das Geschäftsmodell beschreibt die Funktion einzelner Komponenten einer Unternehmung sowie deren Interaktion (Magretta).

Die Forschung gibt detailliertere Definitionen: „Ein Geschäftsmodell beschreibt die Grundlogik, wie eine Organisation Werte schafft. Dabei bestimmt das Geschäftsmodell, (1) was ein Organisation anbietet, das von Wert für Kunden ist, (2) wie Werte in einem Organisationssystem geschaffen werden, (3) wie die geschaffenen Werte dem Kunden kommuniziert und übertragen werden, (4) wie die geschaffenen Werte in Form von Erträgen durch das Unternehmen „eingefangen“ werden, (5) wie die Werte in der Organisation und an Anspruchsgruppen verteilt werden und (6) wie die Grundlogik der Schaffung von Wert weiterentwickelt wird, um die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells in der Zukunft sicherzustellen." Bieger und Reinhold (2011).

Sind Ihre Strategie und Ihr Geschäftsmodell das Gleiche?

Beide Begriffe werden zwar insbesondere in nichtwissenschaftlichen Kontext als Synonyme verwendet, doch sie haben einen entscheidenden Unterschied. Ein Geschäftsmodell betrachtet eine Organisation quasi isoliert, aus einer Art interner Sicht. Außerhalb des Unternehmens werden im besten Fall noch Kunden und Dienstleister mit betrachtet. Ein Geschäftsmodell tätigt damit keine Aussagen zur Wettbewerbssituation im Markt. Im Gegensatz dazu beschreibt eine Strategie, wie sich ein Unternehmen im Verhältnis zur Konkurrenz abgrenzen und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erarbeiten kann.

Was sind Geschäftsmodellinnovationen?

Oftmals verbinden wir Innovationen nur mit komplett neuen Produkten und technischen Erfindungen. Allerdings ist es viel einfacher etwas Großes zu erschaffen, in dem auf einer guten Basis aufgesetzt wird. Eine Änderung eines bestehenden Geschäftsmodells charakterisiert eine Geschäftsmodellinnovation.

Schlussfolgerung

Das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens eignet sich als Ansatzpunkt, um systematisch Ansatzpunkte für Innovationen zu finden. Sie können Teile ihres Geschäftsmodells verändern und sich so gegenüber Ihrer Wettbewerbern einen Vorteil schaffen. Allerdings darf Ihr Geschäftsmodell nicht nur isoliert betrachtet werden. Wie beschrieben werden jegliche Marktzusammenhänge und Wettbewerber außer Acht gelassen. Diese sind entscheidend für den Erfolg Ihres Unternehmens. Das Geschäftsmodell ist ein guter Anfang, um grundsätzliche Zusammenhänge und Funktionsweisen zu untersuchen und in Frage zu stellen. Es kann nur einen Startpunkt für eine ganzheitliche Betrachtung Ihres Unternehmens sein. Jedes Unternehmen braucht eine Strategie für nachhaltigen Erfolg, die die Realität der Marktzusammenhänge mit einbezieht.


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